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Der folgende Text stammt aus einem Diskussionsbeitrag vom 29.04.2017. Einige weiterführende Ideen sind den Antworten der Benutzer entnommen; vielen Dank an euch!

Meiner Meinung nach zeichnen sich gute Bücher unter anderem dadurch aus, dass sie eine logische Story haben, in der das eine auf dem anderen aufbaut. Interessant wird es vor allem dann, wenn scheinbar belanglose Dinge, die man gerne mal überliest, plötzlich von enormer Bedeutung für den Fortgang der Geschichte werden. Ich blättere dann gerne noch mal zurück und suche die entscheidende Stelle heraus.
Das Besondere an Rowlings Harry Potter Büchern ist, dass es solche Situationen nicht nur innerhalb eines Buches gibt, sondern über die gesamte Reihe hinweg. Es liegen zum Teil über 1000 Seiten zwischen den Szenen. Ich habe mal 3 solcher Stellen herausgesucht, jeweils mit Seitenangabe, falls ihr, wenn ihr die Bücher habt, das auch noch mal vergleichen wollt.

SLYTHERINS MEDAILLON
In HP V verbringt Harry die Tage vor der Anhörung im Zaubereiministerium im Hauptquartier des Ordens, am Grimmauldplatz Nr. 12. Da das Haus lange Zeit nicht bewohnt war, beschäftigen sich die Anwesenden vor allem damit, das Haus zu säubern und zu entmüllen. Als sie eine Vitrine leer räumen, wird zwischen all dem Plunder, der im Abfall landet, auch ein Medaillon erwähnt, das keiner von ihnen öffnen konnte (S. 142 f.).
Als das Trio dann in HP VII wieder in das Haus zurückkehrt, suchen sie nach einem Medaillon, das einen Horkrux enthalten soll. Dabei fällt ihnen die Säuberungsaktion zwei Jahre zuvor wieder ein – und auch, dass da ein Medaillon war, welches sie weggeworfen hatten (S. 195 f.). Das bringt sie auf die Spur, Kreacher zu fragen, mit dessen Hilfe sie Fletscher und Umbridge ausfindig machen können.

RAVENCLAWS DIADEM
Nachdem Harry in HP VI den Sectumsempra-Fluch Malfoy auf den Hals gehetzt hatte, fordert Snape Harry auf, seine Schultasche und all seine Schulbücher vorzulegen. In aller Hektik leiht er sich das Zaubertrankbuch von Ron und versteckt sein eigenes im Raum der Wünsche – an einem Ort, wo er sein Buch verstecken kann. Er findet sich in einem riesigen Raum wieder, der voller Gegenstände aller möglichen Sorten ist. An einem großen Schrank beschließt er, das Buch darin zu verstecken. Um die Stelle zu kennzeichnen, nimmt er die Büste eines hässlichen alten Zauberers und stellt sie auf den Schrank. Um den Kopf auffälliger zu machen, setzt er ihr eine verstaubte alte Perücke, sowie ein angelaufenes Diadem auf den Kopf (S. 531 f.).
Während der Schlacht von Hogwarts in HP VII erinnern die abgeschlagenen Köpfe der steinernen Wasserspeier Harry an diese alte Büste – und geben ihm damit den entscheidenden Hinweis über den Aufenthaltsort des Diadems (S. 628).

DAS VERSCHWINDEKABINETT
Im Oktober 1992 (HP II) kommt Harry völlig schlammbespritzt vom Quidditch-Training ins Schloss. Er unterhält sich kurz mit dem Fast Kopflosen Nick, als plötzlich Mrs. Norris und kurz darauf Argus Filch auftauchen. Dieser ist extrem sauer über den Dreck, den Harry hinterlässt und schleift ihn in sein Büro. Gerade, als er ihn dafür eine Strafe ausschreiben will, ertönt ein heftiger Schlag, welcher Filch ablenkt, sodass Harry in der Folge seiner Strafe entgeht. Wie sich herausstellt, hat Nick den Poltergeist Peeves dazu überredet, das Verschwindekabinett direkt über Filch‘s Büro hinunterzuwerfen (S. 132 ff.). Seither funktioniert es nicht mehr.
Als Dolores Umbridge in HP V das Inquisitionskommando ins Leben ruft, versuchen ihre Mitglieder vor allem den Gryffindors Punkte abzuziehen. Doch als Montague es mit Fred und George versucht, stecken die ihn kurzerhand kopfüber ins Verschwindekabinett (S. 736). Da es nicht mehr funktioniert, ist er über einen langen Zeitraum verschollen. Erst nach ein einiger Zeit taucht er, völlig verwirrt, wieder auf.
In HP VI stellt sich heraus, dass Montague Malfoy über sein Erlebnis berichtet hatte. Er befand sich irgendwo im Ungewissen, manchmal hörte er, was in der Schule los war, manchmal hörte er Gespräche bei Borgin &Borkes. (Am Ende schaffte er es, obwohl er die Prüfung noch nicht abgelegt hatte, herauszuapparieren.) Für Malfoy war dies der entscheidende Hinweis für die Verbindung, die zwischen den beiden Kabinetten bestand, und er machte sich daran, das Kabinett in Hogwarts zu reparieren (S. 591 f.).

DER GOLDENE SCHNATZ
Im allerersten Quidditch-Spiel Harrys (HP I) gelingt ihm der Fang des Schnatzes auf recht ungewöhnliche Art und Weise: statt ihn, wie üblich mit der Hand zu fangen, verschluckt er ihn fast (S. 209 f.).
Dass diese zwar spektakuläre, aber auf den ersten Blick eher nebensächliche Tatsache noch einmal eine tiefgehendere Bedeutung bekommt, war wohl von niemandem abzusehen - bis der Schnatz bei der Hochzeit von Bill und Fleur in HP VII an Harry übergeben wird, als Erbstück von Albus Dumbledore. Da ein Schnatz sich immer an die erste Berührung mit dem Fänger erinnert (zur eindeutigen Identifizierung beim Spiel), vermuten alle eine von Dumbledore an Harry hinterlassene Botschaft, die sich bei seiner Berührung offenbart (S. 133 f.). Doch als Harry ihn nimmt, passiert nichts, sehr zum Ärger von Minister Scrimgeour. Erst, als dieser die Hochzeit verlässt, drückt Harry seinen Mund auf den Schnatz - woraufhin dieser die Nachricht "Ich öffne mich zum Schluss" preisgibt (S. 140).

DUMBLEDORES TRIUMPH
Als Harry am 24. Juni 1995 (HP IV) völlig fertig vom Friedhof Little Hangleton zurückkehrt, muss er trotz all des Grauens seine Erlebnisse noch einmal vor Dumbledore wiedergeben. Als er berichtet, dass Voldemorts Körper mit seinem Blut belebt wurde, springt selbst Dumbledore ungewöhnlich schnell auf, um die Wunde am Arm zu begutachten. Daraufhin meint Harry für einen kurzen Augenblick, "etwas wie Triumph in Dumbledores Augen aufglimmen zu sehen", was Harry aber ob der Situation für eine Einbildung hält (S. 727).
Bei dem Gespräch mit Dumbledore in "King's Cross" in HP VII erweist sich schließlich, dass Dumbledore von diesem Moment an wusste, dass Voldemort aufgrund des Blutes und Lilys Schutz in seinem Körper Harry nicht töten kann (S. 717 f.). Er bindet Harry ans Leben, solange Voldemort lebt - ein wahrhaftiger Triumph für die gute Seite.

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