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Der folgende Text stammt aus einem Diskussionsbeitrag vom 18.06.2017. Einige weiterführende Ideen sind den Antworten der Benutzer entnommen; vielen Dank an euch!

Lord Voldemort ist wohl unbestritten der mächtigste schwarze Magier aller Zeiten. Er ist in Bereiche der Magie vorgedrungen, die noch keiner vor ihm erreicht hat. Und er hat eine Gemeinschaft von Todessern um sich herum, die ihm zu Füßen liegt. Ein derartiger Aufstieg an die Spitze der Macht kommt jedoch nicht von ungefähr. Neben dem entsprechenden Charisma, Talent und strategischem Geschick braucht es auch das Bestreben, seine Ziele perfekt umzusetzen. Bereits in seiner Schulzeit weist Voldemort all diese Fähigkeiten auf.
Beschrieben wird Tom Riddle als Musterschüler, bei nahezu allen Lehrkräften ist er beliebt. Er gilt für viele als Vorbild, er ist talentiert und wissbegierig; bei allem, was er tut, ist er voll und ganz bei der Sache. Er scheint durch und durch ein Perfektionist zu sein, stets auf die Wahrung des guten Eindrucks bedacht, um möglichst keinen Verdacht auf sein wahres selbst zu erregen.
Auch nach der Schule macht er keine halben Sachen – seine Ziele werden weiterhin konsequent verfolgt. Erst zu spät bemerkt die magische Gemeinschaft, wie sehr sie sich von ihm täuschen ließ. Doch da ist der Kampf fast schon hoffnungslos, zu groß ist seine Macht. Niemand scheint ihn aufhalten zu können, es gibt scheinbar keine Schwachstellen in seinem System.
Doch es gibt tatsächlich Dinge, die Lord Voldemort in seinem Leben nicht erreichen konnte oder bei denen er nachlässig war und halbe Sachen machte; diese Dinge tragen z. T. maßgeblich zu seinem Untergang bei.

DIE PROPHEZEIUNG
Das offensichtlichste Beispiel dafür, dass halbe Sachen schlecht sind, ist die Prophezeiung von Sybill Trelawney. Snape hörte nur die Hälfte davon und gab sie an seinen Meister weiter – die Information, dass ein Angriff auf ein Baby für Voldemort bereits gefährlich sein könnte, drang einfach nicht zu ihm durch. Doch um seine Herrschaft perfekt zu machen, beschloss Voldemort, die künftige Gefahr sofort zu beseitigen – ein schwerer Fehler. Dies führte zu seinem ersten Sturz im Oktober 1981.

DIE SAMMLUNG DER GRÜNDERGEGENSTÄNDE
Es ist bekannt, dass Tom Riddle bereits in jungen Jahren ein Freund von bedeutsamen Gegenständen war, die er als Trophäen betrachtete. Und es ist auch bekannt, dass Hogwarts für ihn sein eigentliches Zuhause war. Er fühlte eine tiefe Verbindung zu dem Schloss und seinen Gründern.
Bereits in der Schulzeit begab er sich auf die Suche nach Ravenclaws Diadem, indem er die Graue Dame um dessen Aufenthaltsort befragte. In den folgenden Jahren gelang es ihm, Slytherins Medaillon, Hufflepuffs Becher und ebendieses Diadem zusammen zu tragen und zu Horkruxen zu machen. Man geht davon aus, dass Voldemort auch liebend gerne etwas von Gryffindor sein Eigen nennen wollte – doch das Schwert fand er nie. Das sollte ihm später noch teuer zu stehen kommen…

SALAZAR SLYTHERINS EDLES WERK
Nachdem Riddle fast alles über seine Herkunft herausfand, nutzte er seine Fähigkeiten, um Hogwarts im Sinne Slytherins aufleben zu lassen. Mit der Öffnung der Kammer des Schreckens starteten die Angriffe auf Muggelgeborene. Niemand verdächtigte jedoch den Musterschüler Tom Riddle – niemand außer Dumbledore. Sein Argwohn zwang ihn, die Angriffe zunächst abzubrechen.
Doch Tom Riddle gab sich nicht mit halben Sachen zufrieden, und so erschuf er ein Tagebuch, mit dem er das Werk Slytherins in Zukunft vollenden wollte. Doch die Ereignisse in der Kammer im Jahr 1993 führten zum Erscheinen ebenjenes Schwertes, das Voldemort nicht in seinen Besitz bringen konnte – und damit gleich zu mehreren Tragödien: Harry überlebte, während der Basilisk starb. Sein Gift gab dem Schwert die Macht, Horkruxe zu zerstören, was dazu führte, dass Dumbledore überhaupt erst den Horkruxen auf die Schliche kam.
Hätte er es doch lieber gleich bleiben lassen oder aber in seiner Schulzeit ganz durchgezogen – so war es ein weiterer Spatenstich für sein Grab (wenn auch über viele Umwege und mit viel Pech).

GEHEIMHALTUNG DER HORKRUXE
Doch nicht nur Dumbledore wusste um die Existenz der Horkruxe Voldemorts – auch Regulus Black kam ihm bereits einige Jahre zuvor auf die Schliche.
Dass Voldemort ausgerechnet in der Höhle halbe Sachen machte, ist schon fast leichtsinnig. Statt Kreacher nach dem Trinken seines Zaubertrankes mit einem einfachen Avada Kedavra den Rest zu geben, lässt er ihn auf der Insel zum Sterben zurück – nicht wissend, dass Kreacher die Höhle trotz Schutzzauber verlassen kann. So aber kann er Regulus von dem Trip berichten, wodurch dieser Voldemorts Geheimnis lüften konnte. Das Medaillon kam in Umlauf und hätte früher oder später ebenso entscheidende Hinweise auf Horkuxe geben können, wie das Tagebuch.

UNENTDECKTE WIEDERKEHR
Die Wiederauferstehung Voldemorts ließ wieder seinen Hang zum Perfektionismus erkennen: mehrmals schlägt Peter Pettigrew ihm vor, doch einfach das Blut irgendeines Menschen zu verwenden – doch Voldemort lehnt ab und schmiedet einen perfekten Plan, um an das Blut Harrys zu gelangen. Dieser wird auch nahezu perfekt umgesetzt – abgesehen von der Tatsache, dass Harry Potter abermals überlebt und entkommt. Somit kann der Orden sofort reaktiviert werden und der erneute Machtaufbau zumindest eingedämmt werden. Wieder zeigt sich, dass halbe Sachen auf diesem Niveau äußerst ungünstig sind.

DER BESITZ DES ELDERSTABES
Allein den Elderstab zu besitzen reicht nicht aus, so viel versteht Voldemort. Da er keine halben Sachen gebrauchen kann, tötet er sogar seinen vermeintlich besten Spion Severus Snape. Doch sein Glaube, endlich die uneingeschränkte volle Macht über den Elderstab zu besitzen, täuscht. Wieder hat er nur halbe Sachen gemacht, indem er nicht den genauen Hergang über den Tod Dumbledores erforschte – so hätte er mitbekommen, dass es Draco Malfoy war, der Dumbledore gegen seinen Willen entwaffnete…

Letztendich lässt sich wohl festhalten, dass Lord Voldemort (vielleicht auch aufgrund seines Erfolges) teilweise etwas nachlässig geworden ist. Ebenso war er vielleicht etwas zu sehr überzeugt von sich. Vor allem die Erschaffung der Horkruxe wiegte ihn dermaßen in Sicherheit, dass er sein Handeln teilweise kaum noch infrage stellte oder sehr wichtige Aufgaben an jemand anderen übertrug, die unter seiner Führung möglicherweise geglückt wären. Ohne all diese Fehler hätte Voldemort vermutlich bis in alle Ewigkeit geherrscht. Aber Fehler sind menschlich, und auch wenn sich Voldemort mit aller Kraft dagegen gesträubt hat und man es ihm auch kaum noch ansieht, so ist Voldemort dennoch ein Mensch geblieben.

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