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Der folgende Text stammt aus einem Diskussionsbeitrag vom 06.05.2017. Einige weiterführende Ideen sind den Antworten der Benutzer entnommen; vielen Dank an euch!

Weiter geht es auf der Suche nach den Inspirationsquellen Rowlings für ihre wunderbare Welt von Harry Potter. Diesmal werden vor allem Figuren aus der griechischen und europäischen Sagenwelt beleuchtet.

GRIECHISCHE MYTHOLOGIE
In der Welt der alten Griechen prägen zahlreiche Monster und Ungeheuer die Vergangenheit. Ein besonders furchtbares Exemplar ist Echidna, die als „ein unsagbares Scheusal, halb schönäugiges Mädchen, halb grausige Schlange, riesig, buntgefleckt und gefräßig“ beschrieben wird. Sie ist die Mutter zahlreicher Kreaturen, von denen einige den Eingang in Rowlings Welt gefunden haben: der Kerberos, die Chimära und die Sphinx.
Die Sphinx (geflügelter Löwe mit dem Kopf einer Frau) ist einer der Hindernisse Harrys im Labyrinth des Trimagischen Turniers. Diese stellt ihm ein Rätsel, dessen Lösung Voraussetzung des Weiterkommens ist.
Die Chimära (Körper einer Ziege, dem Kopf eines Löwen und einem Drachenschwanz) wird in den Büchern nur erwähnt, ist aber auch in „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ gelistet.
Weitaus interessanter ist der Kerberos: In der griechischen Mythologie ist dies ein dreiköpfiger Hund, der den Eingang zur Unterwelt bewacht und dafür sorgt, dass niemand hindurch kommt. Während Herakles gegen das Ungeheuer kämpfen musste, gelang es Orpheus mit Spiel und Gesang, den Hund zu besänftigen, um seine Gemahlin Eurydike zurückzuholen.
Dieser Kerberos erinnert sehr stark an Hagrid’s „Schoßhündchen“ Fluffy. Auch er bewacht einen Eingang, schläft bei Musik ein und hat vor allem drei Köpfe.
Ein anderes Wesen aus Rowling’s Welt entstammt bereits der ägyptischen Mythologie. Hier gibt es „Benu“, meist dargestellt in Form eines Reihers, der im Abstand von mehreren hundert Jahren erscheint, bei Sonnenaufgang in der Glut der Morgenröte verbrennt und aus seiner Asche verjüngt wieder aufersteht. Im antiken Griechenland wurde er als „Phönix“ überliefert. Seither gilt er als Sinnbild der Auferstehung und findet sich in vielen Mythen und Redewendungen wieder („Wie Phönix aus der Asche“).
Weitere Kreaturen aus der magischen Welt, die der griechischen Mythologie entstammen, sind der Mantikor (riesiger menschlicher Kopf, Körper eines wilden Löwen, Skorpionschwanz), der Basilisk, die Zentauren (die auch im alten Griechenland als unbeherrschbares, eigensinniges Volk galten) und der Greif (Adlerkopf, Löwenkörper). Letzterer ist wohl auch der Namensgeber des Hauses "Griffindor".

KREATUREN EUROPÄISCHER MYTHOLOGIE
Viele magische Wesen aus Rowlings Welt sind aus anderen Geschichten, Sagen und Mythen bekannt, wie z. B. Drachen, Werwölfe, Riesen, Trolle, Einhörner, Kobolde, Vampire und Wassermenschen. Während man bei letzteren hierzulande vor allem das Bild der schönen Meerjungfrauen vor Augen hat, orientierte sich Rowling bei der Gestaltung der Wasser-menschen des schwarzen Sees eher an den weniger schönen irischen Merrows und den schottischen Selkies.
In HP III trifft Harry mehrmals auf einen großen schwarzen Hund, der sich später als Sirius Black herausstellt. Und Professor Trelawney sieht zu dieser Zeit den Grimm in ihren Vorhersagen, der als Sinnbild des kommenden Todes gilt. Diese Vorstellung ist jedoch nicht nur in der magischen Welt verbreitet. Er stammt tatsächlich aus dem britischen Volksglauben: der „schwarze Hund“. Im Unterschied zu einem gewöhnlichen Hund ist er wesentlich größer und besitzt unheimlich leuchtende Augen. Viele Gegenden Großbritanniens haben ihren „eigenen“ schwarzen Hund. So gibt es etwa in Wales den Gwyllgi („Hund der Finsternis“), in Yorkshire den Barghest und in East Anglia den Black Shuck. Sie alle gelten als Todesohmen, wobei die Hunde selbst nicht bösartig sind.

Wie man sieht, eignen sich Figuren und Bezüge von Sagen und Mythen vor allem in der Fantasy-Literatur besonders gut. J. K. Rowling ist dabei bei weitem nicht die einzige, die sich derartiger Quellen bedient hat: In J. R. R. Tolkiens Welt finden sich ebenfalls etliche Bezüge. Und seine erschaffene Welt war und ist ebenso Inspirationsquelle für viele Fantasy-Autoren – auch für Rowling. Mehr dazu im letzten Teil „Inspirationsquellen Rowlings – Tolkien’s Welt “.

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